Stanzen und Keintate
Stanzen und Keintate – ein Abend mit H. C. Artmann, Ernst Jandl und Friedrich Cerha
Salon Post – Klang, Wort & Begegnung im Alten Postamt
Freitag, 14. August 2026, 19.30 Uhr
Altes Postamt, Bad Ischl
–Programm–
Friedrich CERHA: Keintate (Fassung für Bariton und Schrammelquartett)
Ernst JANDL und H. C. ARTMANN: Stanzen und Gedichte
–Besetzung–
Karl Markovics, Rezitation
Günter Haumer, Bariton
Attensam Quartett:
Annette Bik, Geige
Florian Hasenburger, Geige
Ingrid Eder, Altwiener Knöpferlharmonika
Michael Öttl, Altwiener Kontragitarre
Dieser Abend führt Musik und Sprache in eine unmittelbare, spannungsreiche Begegnung. Mit Friedrich Cerhas Keintate, Ernst Jandls Stanzen und Gedichten von H. C. Artmann treten drei eigenwillige künstlerische Positionen in einen Dialog, der Sprache nicht vertont oder illustriert, sondern ihr klangliches, rhythmisches und strukturelles Potenzial freilegt. Im Jahr des 100. Geburtstags von Friedrich Cerha erhält dieser Dialog eine zusätzliche historische und künstlerische Tiefenschärfe.
Cerhas Keintate – hier in der Fassung für Bariton und Schrammelquartett – bewegt sich bewusst an der Grenze zwischen Gesang, Sprechen und Klang. Sie reagiert sensibel auf Sprachrhythmen, Pausen und Brüche. In enger Verwandtschaft dazu stehen Jandls Stanzen, deren formale Strenge, Witz und Präzision den musikalischen Gestus spiegeln und herausfordern. Die Gedichte von H. C. Artmann erweitern diesen Raum um eine weitere poetische Ebene, in der Sprachklang, Verfremdung und Imagination eine zentrale Rolle spielen.
Gestaltet wird der Abend von Karl Markovics, dessen konzentrierte, rhythmisch genaue Rezitation literarischen Texten eine besondere Präsenz verleiht, sowie von Günter Haumer, der als Bariton zwischen Gesang und Sprachklang vermittelt. Das Attensam Quartett eröffnet mit seiner charakteristischen Klangfarbe einen Resonanzraum, in dem Wort und Musik einander schärfen, brechen und neu hörbar machen.
In der Atmosphäre des Alten Postamts entsteht so ein Salon-Abend, der Sprache als Klangereignis erfahrbar macht – präzise, offen und von großer innerer Spannung.

Das Attensam Quartett zu Besuch bei Friedrich Cerha in Wien